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Interview mit Dr. med. Henning Sartor: Die Wahrheit über Sauerstoffmangel, Zuckerflut und den Laktat-Komplex | qs24, wikisana, qs24.tv

Jul 9, 2025 • 8 min read

In der heutigen Zeit, in der Gesundheit und Wohlbefinden immer mehr an Bedeutung gewinnen, gibt es einen oft unterschätzten Stoffwechselakteur, der eine zentrale Rolle spielt: Laktat. Dieses Molekül wird meist mit sportlicher Anstrengung und Übersäuerung assoziiert, doch seine Bedeutung geht weit darüber hinaus. Im Interview mit Dr. med. Henning Sartor, FX Mayr-Arzt und Experte bei BioVIS sowie am renommierten Lanzerhof, erfahren wir, wie Sauerstoffmangel und Zuckerüberschuss im Körper zur Laktatbildung führen und welche Auswirkungen das auf unsere Gesundheit hat. Dabei beleuchten wir auch, wie man mit gezielter Bewegung und Ernährung die Selbstheilungskräfte stärken und chronische Erkrankungen vorbeugen kann.

Inhaltsverzeichnis

🩺 Einführung in das Thema Laktat und Gesundheit

Herr Dr. Sartor, warum ist das Thema Laktat so wichtig für unsere Gesundheit?

Das Thema Laktat ist entscheidend, weil es uns zeigt, wie unser Körper auf Sauerstoffmangel und Zuckerüberschuss reagiert. Laktat entsteht, wenn der Zucker in den Zellen nicht vollständig mit Sauerstoff verbrannt werden kann, sondern stattdessen vergoren wird. Diese Vergärung führt zur Bildung von Milchsäure, die als eine ätzende Säure im Körper wirkt und zahlreiche Strukturen, insbesondere das Bindegewebe, schädigen kann. Viele Menschen wissen gar nicht, wie stark sie durch ihren Lebensstil – insbesondere durch zu wenig Bewegung und zu viel Zucker – ihre Gesundheit beeinträchtigen und ihre Selbstheilungskräfte schwächen.

Unsere Selbstheilungskraft und Energie sind also eng mit dem Gleichgewicht von Sauerstoff und Zucker im Körper verbunden. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, steigt die Laktatproduktion und damit auch die Übersäuerung des Gewebes.

Wie entsteht Laktat genau im Körper?

Die Nahrung, die wir aufnehmen, besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten. Fette werden in den Mitochondrien der Zellen mit Sauerstoff verbrannt und dienen als Energiespeicher. Proteine und Kohlenhydrate werden im Körper zu Zucker umgewandelt, insbesondere wenn sie nicht direkt für den Aufbau von Muskeln oder Immunsystem genutzt werden. Dieser Zucker wird entweder aerob, also mit Sauerstoff, verbrannt, oder bei Sauerstoffmangel anaerob vergoren, was zur Laktatbildung führt.

Wenn der Sauerstoff nicht ausreicht, um den Zucker vollständig zu verbrennen, wird er in den Zellen zu Laktat umgewandelt. Das passiert nicht nur bei intensiver sportlicher Belastung, sondern auch bei Bewegungsmangel oder anderen Bedingungen, die den Sauerstofftransport in die Zellen einschränken.

🏃‍♂️ Laktatbildung bei Bewegung – die Balance finden

Viele kennen Laktat aus dem Sport. Was passiert da genau?

Beim Sport, insbesondere bei intensiver Muskelarbeit, steigt der Energiebedarf der Zellen. Solange ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, wird Zucker vollständig verbrannt. Wenn die Belastung jedoch zu hoch wird und der Sauerstoff nicht mehr ausreicht, beginnt der Körper, Zucker anaerob zu vergären und Laktat zu bilden. Das zeigt sich oft dadurch, dass man beim Laufen den Mund öffnet, weil man mehr Sauerstoff benötigt, als durch die Nase eingeatmet werden kann.

Hier gilt die Faustregel: Wenn Sie beim Sport den Mund öffnen müssen, ist die Belastung zu hoch. Dann sollten Sie langsamer machen, um den Sauerstoffbedarf der Zellen wieder zu decken und die Laktatbildung zu reduzieren.

Was ist die Verbindung zwischen Laktat und Muskelkater?

Früher wurde angenommen, dass Laktat Muskelkater verursacht. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass Muskelkater vor allem durch Mikroverletzungen der Muskelfasern entsteht, also kleine Risse in den Muskeln. Diese entstehen oft durch Überlastung und gehen mit einer Übersäuerung des Gewebes einher, bei der Laktat eine Rolle spielt. Die Übersäuerung verstärkt die Beschwerden, aber der Hauptauslöser sind die Mikroverletzungen selbst.

Wie finden wir die richtige Balance bei Bewegung?

Die Balance ist entscheidend: Zu viel Sport führt zu erhöhter Laktatbildung und Übersäuerung, aber auch zu wenig Bewegung verursacht eine ähnliche Problematik. Ein Forscher namens Bailey hat 2010 eine doppelt logarithmische U-Kurve beschrieben, die zeigt, dass sowohl Bewegungsmangel als auch Überbelastung zu einem Anstieg der Laktatwerte führen.

Im gesunden Fettverbrennungsbereich, also bei moderater Bewegung, ist die Laktatproduktion am niedrigsten. Dort ist der Sauerstofftransport optimal und Zucker wird effizient verbrannt. Daran sollten Sie sich orientieren, um Ihre Gesundheit zu erhalten.

💡 Laktat und Sauerstoffmangel – ein unterschätztes Problem

Kann man auch ohne Sport Laktat bilden?

Ja, das ist ein zentraler Punkt. Auch Bewegungsmangel führt zu Sauerstoffmangel in den Zellen, weil die Muskeln nicht ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Dadurch wird Zucker nicht vollständig verbrannt, sondern zu Laktat vergoren. Menschen, die viel sitzen, wenig gehen und sich insgesamt wenig bewegen, sind besonders gefährdet.

Ein wichtiger Zusammenhang ist die Relation zwischen Sauerstoff und Zucker. Wenn Sie viel Zucker aufnehmen, aber zu wenig Sauerstoff in die Zellen bekommen, steigt die Laktatbildung stark an und führt zu einer Übersäuerung des Gewebes.

Wie wirkt sich eine Übersäuerung durch Laktat im Körper aus?

Übersäuerung durch Laktat ist mehr als ein unangenehmes Gefühl. Laktat greift insbesondere das Bindegewebe an, schwächt es und führt zu Entzündungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Auch die Zellfunktionen werden gestört, einschließlich der Mitochondrien, die für die Energieversorgung der Zellen zuständig sind.

Die Proteine in den Zellen denaturieren – das heißt, sie verlieren ihre Struktur und Funktion. Das beeinträchtigt den gesamten Stoffwechsel und kann langfristig zu chronischen Erkrankungen führen.

🍬 Zucker, Bewegung und der Laktat-Komplex

Wie beeinflusst Zucker die Laktatbildung?

Zucker ist der Hauptlieferant für Laktat, wenn er nicht vollständig verbrannt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einfachen Zucker oder komplexe Kohlenhydrate handelt – am Ende werden alle zu Glukose verarbeitet, die dann in den Zellen entweder mit Sauerstoff verbrannt oder zu Laktat fermentiert wird.

Wenn Sie viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, ohne sich ausreichend zu bewegen, steigt Ihr Laktatspiegel. Das erklärt auch, warum Diabetiker oft höhere Laktatwerte haben, da ihr Zuckerstoffwechsel gestört ist und der Zucker nicht optimal verbrannt werden kann.

Warum wird in der Medizin oft nur der Blutzucker, nicht aber das Laktat berücksichtigt?

Das ist ein großes Problem in der konventionellen Medizin. Der Fokus liegt meist auf der Kontrolle des Blutzuckers, während die Folgen der Laktatbildung – die Übersäuerung und die damit verbundenen Gewebeschäden – wenig Beachtung finden. Dabei sind diese Folgeerscheinungen oft die eigentlichen Ursachen für die Einschränkungen und Erkrankungen, an denen viele Patienten leiden.

Zum Beispiel sterben viele Diabetiker nicht direkt an der Krankheit selbst, sondern an den Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen oder Krebs, die durch die chronische Übersäuerung und Zellschäden begünstigt werden.

🔬 Laktat – eine zentrale Stoffwechselsäure mit weitreichenden Folgen

Was passiert im Körper, wenn Laktat sich anreichert?

Laktat ist die wichtigste Säure im Körper, die sich im Gewebe ablagert und dort Schäden verursacht. Es gelangt von den Zellen ins Bindegewebe, wo es zu Muskelverquellungen, Bindegewebsschwäche und Hautproblemen führen kann. Gelenksteifigkeit und chronische Schmerzen sind ebenfalls häufige Folgen.

Viele denken bei Übersäuerung an Harnsäure oder andere Säuren, aber Laktat ist die zentralste und gefährlichste Säure, besonders bei Bewegungsmangel und Zuckerüberschuss.

Kann man Laktat durch äußere Behandlungen wie Elektrotherapie oder Vitamin C auflösen?

Leider nein. Behandlungen, die Elektronen zuführen oder antioxidative Mittel wie Vitamin C verwenden, können zwar den Säureanteil (H+ Ionen) neutralisieren, aber das Laktatmolekül selbst bleibt im Gewebe zurück und verursacht weiterhin Schäden.

Das bedeutet, dass nur eine nachhaltige Reduktion der Laktatproduktion durch Bewegung und Ernährung den Körper entlasten kann. Eine äußere Neutralisation reicht nicht aus.

⚖️ Die richtige Bewegung und Ernährung für ein gesundes Gleichgewicht

Wie finden wir die richtige Bewegung, um Laktat im Griff zu behalten?

Die beste Strategie ist, sich im gesunden Pulsbereich zu bewegen, der individuell verschieden ist und am besten durch Laktatmessungen bestimmt wird. Der Puls gibt einen guten Hinweis darauf, ob die Belastung optimal ist oder ob man zu viel oder zu wenig arbeitet.

Wer gut trainiert ist, hat einen niedrigen Ruhepuls und kann höhere Belastungen besser verkraften. Wer wenig trainiert, hat einen höheren Puls und erreicht schneller die anaerobe Schwelle, bei der Laktat stark ansteigt.

Wie sollten wir mit der Zuckerzufuhr umgehen?

Grundsätzlich braucht der Körper keine Kohlenhydrate zum Überleben. Kohlenhydrate sollten nur dann zugeführt werden, wenn anschließend eine gut dosierte Bewegung folgt, bei der die Muskeln den Zucker verbrennen können. Leistungssportler profitieren von einer höheren Kohlenhydratzufuhr, weil sie diesen Zucker effizient nutzen.

Für die meisten Menschen ist es sinnvoll, den Zuckerkonsum zu reduzieren und sich regelmäßig, aber moderat zu bewegen, um den Laktatspiegel niedrig zu halten und die Zellen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

🩺 Laktat und chronische Krankheiten – ein unterschätzter Zusammenhang

Welche Rolle spielt Laktat bei chronischen Erkrankungen wie Krebs?

Krebszellen leben oft in einem Zustand der Vergärung, das heißt, sie produzieren viel Laktat, weil sie in ihrer Umgebung zu wenig Sauerstoff bekommen. Die konventionelle Onkologie gibt diesen Patienten häufig Zuckerlösungen, um Energie zu liefern, was die Laktatbildung weiter fördert und das Tumorwachstum begünstigen kann.

Deshalb empfehlen viele Onkologen heute eine ketogene, kohlenhydratarme Ernährung in Kombination mit gezielter, moderater Bewegung, um den Laktatspiegel zu senken und die Heilungschancen zu verbessern.

Was ist Ihr Fazit für Menschen, die sich mit Gesundheit und Prävention beschäftigen?

Es ist wichtig, das Thema Laktat und Übersäuerung im Alltag zu verstehen. Viele Menschen leiden unbewusst an chronischer Übersäuerung durch Bewegungsmangel und Zuckerüberschuss. Diese Stoffwechselstörung kann zu einer Vielzahl von Krankheiten führen.

Der Schlüssel liegt in der Balance: Regelmäßige, moderate Bewegung im richtigen Pulsbereich, möglichst wenig Zucker und eine Ernährung, die den Körper nicht überfordert. So kann man seine Selbstheilungskräfte stärken und die Lebensqualität deutlich verbessern.

❓ FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Laktat-Komplex

Was genau ist Laktat?

Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, das entsteht, wenn Zucker in den Zellen ohne ausreichenden Sauerstoff vergoren wird. Es ist eine Säure, die sich im Gewebe ansammelt und dort Übersäuerung verursacht.

Warum ist Laktat nicht nur ein Problem beim Sport?

Laktat kann auch bei Bewegungsmangel entstehen, weil dann die Zellen nicht genügend Sauerstoff bekommen, um Zucker vollständig zu verbrennen. Das führt zu chronischer Übersäuerung und Gewebeschäden.

Kann man Laktat durch externe Therapien auflösen?

Nein, Therapien wie Elektrotherapie, Sauerstoffinhalation oder Vitamin C neutralisieren nur den Säureanteil, nicht das Laktatmolekül selbst. Die wirksamste Methode ist eine Kombination aus Bewegung und Ernährung.

Wie kann ich meinen Laktatspiegel messen?

In spezialisierten Praxen kann man Laktat im Blut messen, oft in Kombination mit Blutzucker. Für den Alltag ist die Pulsfrequenz ein guter Indikator, um im optimalen Belastungsbereich zu bleiben.

Welche Ernährung empfiehlt sich zur Reduktion von Laktat?

Eine kohlenhydratarme Ernährung, die den Blutzucker stabil hält, kombiniert mit ausreichend Bewegung, hilft, die Laktatproduktion zu senken und die Zellgesundheit zu fördern.

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